Unser Haus wurde nach unserem Kenntnisstand um 2008 an eine Gesellschaft verkauft, die heute zur Covivio gehört. Viele von uns wohnen seit vielen Jahren hier, teilweise seit über einem Jahrzehnt.
Im Jahr 2018 wurde das Gebäude in Eigentumswohnungen umgewandelt. In diesem Zusammenhang kam es zu umfangreichen Bau- und Renovierungsmaßnahmen, die für uns mit erheblichen Belastungen verbunden waren. Mietminderungen mussten teilweise erst durchgesetzt werden.
Unser Haus liegt im sozialen Erhaltungsgebiet („Milieuschutz“) Schillerpromenade in Neukölln. Die Umwandlung in Eigentum hat dennoch stattgefunden.
Für uns bedeutet das eine grundlegende Veränderung unserer Situation:
Die Wohnungen können nun einzeln verkauft werden. Wir als Mieter*innen haben beim ersten Verkauf ein gesetzliches Vorkaufsrecht (§ 577 BGB). Dieses Recht hilft uns in der Praxis jedoch kaum, da wir die angebotenen Kaufpreise nicht finanzieren können. Es ist daher zu erwarten, dass die Wohnungen mit uns als Mieter*innen verkauft werden.
Damit entsteht für uns eine langfristige Unsicherheit über unsere Wohnsituation, insbesondere im Hinblick auf mögliche spätere Eigenbedarfskündigungen.
Gleichzeitig erleben wir eine widersprüchliche Kommunikation des Eigentümers. In einem Schreiben bezeichnet sich die Covivio als „fairster Vermieter“ und bietet Gespräche sowie Unterstützung bei veränderten Lebenssituationen an, etwa durch Wohnungswechsel innerhalb des Bestands oder Härtefallregelungen.
Aus unserer Sicht steht dieses Angebot jedoch in einem Spannungsverhältnis zur tatsächlichen Entwicklung des Hauses. Die Umwandlung in Eigentum und der mögliche Einzelverkauf der Wohnungen führen zu einem strukturellen Verdrängungsdruck, der durch individuelle Gesprächsangebote nicht aufgefangen werden kann.
Wir sind als Hausgemeinschaft bisher nur teilweise organisiert und beginnen erst, uns stärker miteinander zu vernetzen und gemeinsam auf die Situation zu reagieren.
