Di., 21. Juli 2026 , 18:00 – 20:00
Liebe Mitmenschen, liebe Aktive,
wir sind eine Gruppe von Mieterinnen und Mietern, die sich nach einem Aufruf des Bündnisprojekts ‘Wohnungsnot stoppen’ zusammengefunden hat. Unser gemeinsames Thema ist, dass unsere Wohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt wurden. Das bedeutet in der Regel Kündigung des Mietvertrages.
Dagegen wollen wir uns wehren und berlinweit Menschen und Initiativen zusammenbringen, die genau von diesem Thema – Umwandlung und deren Folgen – betroffen sind, oder in Zukunft sein werden. So können wir unsere Kräfte bündeln, unser Wissen teilen und uns gemeinsam für ein Bleiberecht in unseren Wohnungen in ganz Berlin einsetzen.
Daher laden wir Sie und euch sehr herzlich zu unserem nächsten Treffen ein und freuen uns, wenn möglichst viele kommen. Denn gemeinsam sind wir stark.
Themen:
- Mieter:innen stellen sich und die Situation in ihrem Haus und in ihrem Kiez vor
- Initiativen berichten von ihren Erfahrungen im wohnungspolitischen Engagement
- Planung für eine berlinweite Vernetzung
- Planung konkreter Aktionen in den aktuell besonders betroffenen Bezirken
- Raum für spontan eingebrachte Themen
Wenn ihr jetzt schon weitere Vorschläge und Ideen für die Veranstaltung habt, dann her damit. Wir freuen uns über jeden neuen Impuls, über jede und jeden, die sich gemeinsam mit uns gegen die drohenden Eigenbedarfskündigungen stark aufstellen wollen.
Wir freuen uns auf Sie und auf euch!
Julia & Conny
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Felix, Jannik & Leonie für die AKS Gemeinwohl
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Unser Zuhause wurde verkauft. Wir wehren uns.
Worum geht es?
Bevor im Sommer 2021 mit dem neu eingeführten § 250 im Baugesetzbuch (BauGB) die sogenannte ‘Umwandlungsbremse’ in Kraft trat, konnten in Deutschland relativ einfach Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt werden. Mit dem Aufstieg des Immobilienmarktes gab es dann in den 2000ern einen regelrechten Boom: Es kam zu massenhaften Umwandlungen. Allein zwischen 2015 und 2021 wurden in Berlin fast 120.000 Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt.
Tickende Zeitbombe
Für die Mietparteien dieser Wohnungen kommt die Umwandlungsbremse zu spät. Diese sind der Willkür der Eigentümer ihrer Wohnungen vollkommen ausgeliefert. Die Auswirkungen treffen die Mieter und Mieterinnen zeitversetzt. Alstickende Zeitbombe erweist sich dabei die bei der Umwandlung gesetzlich vorgeschriebene Kündigungssperrfrist. Wer zum Zeitpunkt der Umwandlung bereits in der Wohnung wohnte, ist durch die Berliner Kündigungssperrfristverordnung zehn Jahre (in Milieuschutzgebieten 12 Jahre) vor einer Eigenbedarfskündigung geschützt.
Diese Fristen laufen gerade überall in Berlin aus. Das trifft die meisten hart und oftmals unvorbereitet. Viele erfahren von der Umwandlung erst, wenn ein interessierter Käufer klingelt und sich einmal in der Wohnung umschauen will. Wenn man nicht in der Lage ist, sich seine Wohnung selbst zu kaufen, kann die Kündigung des Mietvertrages wegen Eigenbedarf die Folge sein.
Vernetzung statt Kündigung
Genauso ist es einigen von uns gegangen. Darüber wollen wir informieren. Und wir wollen uns wehren. Wir wollen bleiben – in unseren Wohnungen, in unserem Kiez, in unserer Stadt – in Berlin. Deswegen sagen wir: Vernetzung statt Kündigung. Gemeinsam sind wir stark, gemeinsam finden wir Wege, um in unseren Wohnungen, in unserem Kiez wohnen zu bleiben.
