Am 5. September demonstrieren wir gemeinsam mit dem Bündnis Mietenwahnsinn und vielen weiteren Initiativen gegen Verdrängung und für das Recht auf Wohnen. Als Bündnis „Wohnungsnot stoppen“ sind wir dabei – weil wir sehen, dass sich die Wohnungsfrage verändert hat und neue Antworten braucht.

Steigende Mieten, Modernisierung, Umwandlung und Eigenbedarfskündigungen sind keine voneinander getrennten Probleme. Sie sind unterschiedliche Formen derselben Entwicklung: Wohnraum wird immer stärker zur Ware, während für viele Menschen die Angst wächst, ihre Wohnung und ihr Zuhause zu verlieren.

Besonders deutlich zeigt sich das inzwischen bei den umgewandelten Häusern. Über Jahrzehnte wurden in Berlin Hunderttausende Mietwohnungen in Eigentumswohnungen umgewandelt. Neue Umwandlungen sind heute zwar weitgehend gestoppt, ihre sozialen Folgen beginnen jedoch erst sichtbar zu werden. Nach Ablauf von Schutzfristen werden Wohnungen einzeln verkauft und immer mehr Mieter*innen sehen sich mit Eigenbedarfskündigungen konfrontiert. Aus einer wohnungspolitischen Entscheidung der vergangenen Jahrzehnte entsteht heute eine neue Verdrängungswelle.

Deshalb gehen wir mit auf die Demo.

Wir wollen nicht erst reagieren, wenn die Kündigung im Briefkasten liegt. Wir wollen, dass sich Hausgemeinschaften frühzeitig kennenlernen, Informationen austauschen und gemeinsam handlungsfähig werden. Organisierung beginnt lange vor dem ersten Gerichtsverfahren.

Gleichzeitig braucht Berlin neue wohnungspolitische Instrumente. Das kommunale Vorkaufsrecht bleibt wichtig, erreicht aber viele bereits umgewandelte Häuser nicht mehr. Deshalb arbeitet unser Bündnis gemeinsam mit Expert*innen aus Genossenschaften, Banken, Verwaltung, Immobilienentwicklung und betroffenen Hausgemeinschaften an einem Konzept für eine Ankaufsagentur, die Hausgemeinschaften dabei unterstützt, ihre Häuser gemeinsam mit gemeinwohlorientierten Trägern dauerhaft dem Spekulationsmarkt zu entziehen. Diese Idee steht nicht im Gegensatz zum bisherigen Mieterschutz – sie entwickelt ihn weiter.

Die Demonstration am 5. September ist deshalb mehr als ein Protest. Sie ist ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, die sich nicht damit abfinden wollen, dass Verdrängung zum normalen Bestandteil des Stadtlebens wird.

Kommt mit uns auf die Straße.

Bringt eure Nachbar*innen mit. Erzählt anderen von eurem Haus. Vernetzt euch. Lernt das Bündnis kennen. Denn wenn wir erst handeln, wenn die Kündigung kommt, sind wir oft schon in der Defensive. Wenn wir uns vorher organisieren, können wir Häuser sichern, Kündigungen verhindern und gemeinsam politischen Druck aufbauen.

Wir wollen versuchen einen Block mit unseren Botschaften zu bilden. Dazu treffen wir uns auch noch zur Vorbereitung am Mittwoch, 2.9. in Kreuzberg –> Veranstaltungshinweis

Sucht auf der Demo nach dem wehrhaften Papphaus, das ein Eigentümer mit einer riesigen Schere aufteilen will und den wir mit vereinten Kräften abwehren. Dort haben wir viele Plakate für euch, um gemeinsam auffällig zu werden.

📍 Mietendemo Berlin, am Roten Rathaus in Mitte
🗓 Samstag, 5. September, Start um 13 Uhr

Es gibt aus allen Stadtteilen Zubringer-Demos, den man sich anschließen kann.

Alle Informationen zur Demonstration findet ihr auf der Website der Demo-Organisator*innen: